Thorsten Sobiech
Chef-Concierge
Wenn es Ihnen so wie mir geht und Ihr Vorsatz für das neue Jahr lautet, etwas für Ihre Figur zu tun, sollten sie jetzt auf keinen Fall weiter lesen. Denn die vielleicht kalorienreichste Frühstücksspezialität der Hansestadt ist das mit dem Croissant verwandte Franzbrötchen.
Der Teig besteht aus den Zutaten Mehl, Butter, Hefe, Milch, Zucker und einer Prise Salz. Die Füllung ist ein Gemisch aus Zucker und Zimt. Durch mehrmaliges Falten und Rollen, wobei noch mehr Butter eingearbeitet wird, entsteht eine Form, die fast jedem Hamburger das Wasser im Mund zusammen laufen lässt. Beim Backen geht der Hefeteig dann auf und das Zucker-Zimt-Gemisch an der Oberfläche der Teiglagen karamellisiert leicht. In Variationen gibt es Franzbrötchen auch mit Rosinen, Streuseln, Schokoladenstückchen, Marzipan oder Kürbiskernen.
Geschichtlich Erwähnung fand das Franzbrötchen erstmals im 19. Jahrhundert als Kreation eines Hamburger Bäckers. Dieser hatte vermutlich ein Rezept abgewandelt, welches er von den französischen Besatzungstruppen - Hamburg war von 1806 bis 1814 besetzt- um Napoleon abgeschaut haben soll.
Auch wenn diverse Ernährungsberater das Franzbrötchen inzwischen direkt hinter den sieben Todsünden einstufen: Sollten Sie sich für Ihren Aufenthalt eine Sünde leisten können, setzen sie diese Leckerei ruhig ganz oben auf Ihre Liste.
Noch was, wir servieren das Franzbrötchen nicht bei unserem Genießerfrühstück im Hotel Europäischer Hof Hamburg, denn dann hätten Sie für die anderen Sachen keinen Platz mehr. Aber in Hamburg bekommen Sie es in jeder Bäckerei!
Hamburg hat andere nicht so süße, aber dafür abenteuerlicher anmutende Gerichte im Programm. Lesen Sie auch meine Beschreibung des Labskaus und der Aalsupp.

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