Thorsten Sobiech
Clefs d'Or Concierge
Chef-Concierge
Sicher werden Sie es schon bemerkt haben, selbst in Hamburgs Altstadt gibt es wenige Gebäude, die älter als zwei Jahrhunderte sind. Brandkatastrophen und große Bauvorhaben wie die Speicherstadt sowie Kriegszerstörungen sind einige der Gründe.
Wenn Sie vom Hamburger Rathaus aus in Richtung Speicherstadt gehen, kann es dennoch passieren, dass Sie sich plötzlich um Jahrhunderte zurückversetzt fühlen. Eine der Straßen, die in diese Richtung führen, ist nämlich die Deichstraße, die entlang des Nikolaifleets verlaufend, richtig altertümlich anmutet.
Die Deichstraße verläuft von der Rückseite der Landeszentralbank an der Willy-Brandt-Straße in einer sanften Kurve dem Fleet folgend bis zur Kajen (Schauen Sie auch auf Googlemaps>). Auf Kopfsteinpflaster geht man an alten, liebevoll restaurierten Bürgerhäusern vorbei, in denen übrigens einiges zu entdecken gibt.
Viele dieser Häuser beheimaten gemütliche hanseatische Restaurants oder Cafés und im Columbia-Haus (Nr. 29) befindet sich einer der letzten offenen Paternoster der Stadt.
CC Flickr Moe_
Eine weitere interessante Hausnummer ist die Nr. 42. Genau dort brach im Jahre 1842 (daher leicht zu merken), einer der größten Brände der Stadt aus, bei dem Hamburg fast zu einem Drittel vernichtet wurde. Eine Plakette an der Fassade kündet noch heute von dieser Tragödie. Nur wenige Straßen weiter können Sie diese Feuersbrunst im Hamburg Dungeon (über den wir hier bereits berichtet haben) interaktiv nacherleben.
Die Häuser selbst gliedern sich übrigens in einen vorderen Bereich bestehend aus Kontor und Diele (Wohnbereich) und den zum Wasser hin gelegenen Stauraum inklusive Ladeluken. Diese alte Art der Baukunst ist in Hamburg sonst kaum noch vorhanden.
Und wenn Sie schon einmal in der Deichstraße unterwegs sind, gehen Sie ruhig einmal zwischen den Gebäuden der Fleetseite durch die schmalen Gänge hinunter zum Wasser. Dort werden Sie einen schwimmenden Ponton finden, über den Sie an der Rückseite der Gebäude entlang gehen können. In den Sommermonaten wird dieser Ponton von den ansässigen Gastronomen teilweise auch als schwimmende Terrasse genutzt. Ein wunderbarer Ort, um mitten in Hamburg einmal richtig die Seele baumeln zu lassen!
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